Produktion

Zeit ist ein wichtiger Faktor bei der Lederherstellung. 

Um ein qualitativ hochwertiges Leder zu produzieren bedarf es vieler aufwendiger Arbeitsschritte. Seit Beginn unserer Lederherstellung im Jahre 1923 hat sich viel verändert, doch auch die modernste Fertigungsanlage macht nicht automatisch aus einer Haut ein hochwertiges Leder. Dazu braucht man neben modernen Hightech-Anlagen auch das entsprechende Know-how und die Erfahrung von Fachleuten. Unser Anspruch an handwerklich aufwendige Lederqualitäten ist auch nach mittlerweile über 95 Jahren gleich geblieben.

1. Rohware

Die Qualität der Rohware muss stimmen.

In Deutschland und Österreich prüfen wir das Angebot an Großvieh-Häuten und suchen die geeigneten Provenienzen aus.

Die Rohware wird per LKW angeliefert.


Die Häute besitzen noch ihre Haare, auch Fett und Fleischreste sind noch vorhanden.

Zwölf Tonnen Rohware rutschen vom LKW in die Haspel.

Blick in die Haspel, nachdem der LKW entladen wurde. 

2. Weiche, Äscher und Entfleischen

Zwei unserer insgesamt sechs Haspeln. Die Schaufelräder - ähnlich einem Mississippidampfer - bearbeiten schonend die wertvolle Fracht. 

Das Hautgefüge wird wieder aufgeweicht, von Schmutz und Konservierungsmitteln gereinigt. Anschließend werden die Haare entfernt. Nach 48 Stunden verlassen die "Blößen" die Haspeln.


Beim Entfleischen werden Fleisch- und Fettreste mit scharfen Messerwalzen entfernt.

3. Beschneiden und Spalten

Aus eins mach zwei

Auf dem Kantierband werden die Häute "in Form" geschnitten.

Anschließend wird jede Haut mit einem Bandmesser horizontal in zwei Teile gespalten. 

Die Spalthäute werden teils crouponiert.  

4. Gerben

Durch das Gerben wird aus der natürlichen Eiweißstruktur der Haut ein jahrzehntelang haltbares Leder. 


Die Gerbung erfolgt durch hochwertige Mineralsalze, die das Leder blau machen. Man spricht nun vom Wetblue.


Die Wasserwerkstatt...

...die Abteilung in der aus der verderblichen Rohware ein haltbares Produkt entsteht.

5. Wetblue

In der Abwelkmaschine wird überschüssige Flüssigkeit aus dem Leder ausgepresst.

Flächen- / Stärkenmessung und Digitalisierung jeder Haut.

Gestapelte Wetblue-Häute vor der Sortierung.

6. Wetblue Sortierung

Die Wetblue-Häute werden auf eine Vielzahl an Sortimenten sortiert. 


Jede Haut wird dabei auf Naturmerkmale kontrolliert, entsprechend kategorisiert und in der Datenbank erfasst.

Hier schlummern die Wetblue bis sie für Kundenaufträge aktiviert werden.

7. Falzen und Beschneiden

Auf der Falzmaschine werden die Häute entsprechend den Anforderungen auf eine einheitliche Stärke gebracht.

Die Falzspäne werden gesammelt und an einen Hersteller für Lederfaserstoff verkauft. 

Im nächsten Arbeitsschritt werden die Ränder beschnitten.


8. Färben

Nun kommt Farbe ins Spiel. 
Mit hochwertigsten Farbstoffen werden die Leder "durchgefärbt", dies bedeutet, dass die Schnittkante des Leders ebenfalls gefärbt ist. 

In diesem Arbeitsschritt erhält das Leder nicht nur seine spätere Farbnuance, ...

… sondern auch die gewünschte Griffigkeit, Weichheit oder weitere besondere Eigenschaften,...

... die sich unsere Kunden vom Leder wünschen. 

9. Ausrecken und Trocknen

Beim Ausrecken wird überschüssige Flüssigkeit aus dem Leder ausgepresst. 

Es müssen viele Klammern gesetzt werden, ...

... um eine Haut ordnungsgemäß zu klammern.

Einige Stunden bei hohen Temperaturen dauert es, bis das Leder getrocknet ist. 

10. Stollen und Prägen

Das Fasergefüge wird beim Stollen aufgelockert. 

Verschiedene Designs können dem Leder eine unterschiedlich Optik verleihen.

Die Strukturen werden über Walzen auf das Leder geprägt.

11. Millen

Der Millraum mit insgesamt 15  Millfässern.

Hier wird in rotierenden Fässern das Fasergefüge weiter aufgelockert und das Leder somit noch geschmeidiger. 

Innenleben eins Millfasses. 

12. Zurichtung

Aus verschiedenen Pigmenten wird die gewünschte Farbe zusammengemischt.

Unsere Mitarbeiter arbeiten so lange auf den gewünschten Farbton hin, bis dieser unseren hohen Ansprüchen gerecht wird. 

Auf die Oberfläche des Leders wird nun eine Grundierung aufgetragen. Diese kann entweder gedruckt....

oder gespritzt werden. Die Appretur schützt das Leder vor Schmutz und erhöht die Gebrauchseigenschaften.

13. Qualitätssicherung (Auszug)

Während des gesamten Herstellungsprozesses werden die Leder immer wieder Qualitätskontrollen unterzogen und die Daten erfasst. Bevor Produktionspartien ins Lager und in den Versand gelangen werden sie in unserem Labor nochmals untersucht und kontrolliert.

Flammtest nach 
FAR 25.853 (a)(1)(ii)

Ermittlung der Reibechtheiten nach DIN EN ISO 11640

Flexometer - Test des Verhaltens bei Knickungen / Dauerfaltverhalten nach
DIN EN ISO 5402-1

Weiterreißfestigkeit nach 
DIN EN ISO 3377-1

14. Lager

Im Lager wird elektronisch die Fläche jeder Haut ermittelt und zusammen mit der Chargennummer auf die Rückseite gedruckt. 

Dank der zugeordneten Nummer kann jede einzelne Haut zurückverfolgt werden, da sämtliche Arbeitsschritte entsprechend dokumentiert werden.

Jede Haut wird im Lager final geprüft und in verschiedene Qualitätsstufen (Sortimente) eingestuft. 

Im Hause Gmelich werden alle Leder als ganze Haut auf Böcken abgelegt und gelagert um eine Faltenbildung zu vermeiden. 

15. Versandvarianten (Auszug)

Kleinmengen (1 - 9 Haut) 
geschlagen im Karton für Versand per Paketdienst. 

Größere Mengen (25 - 80 bzw. 30 - 110 Haut, je nach Lederstärke) 
in Karton auf Palette für Versand per Spedition. 

Kleinmengen (1 - 2  Haut pro Röhre) 
gerollt in Langpaket. 

Großmengen (30 - 100 Haut)
gerollt in Langbox auf Palette.

Großmengen (70 - 100 Haut, je nach Lederstärke)
Lieferung auf Bock. Hier Einwegbock aus Holz.