Aktuelles

Über Weihnachten und Neujahr bleibt unser Betrieb von

Montag, 23. Dezember 2019 bis einschließlich

Montag, 06. Januar 2020 geschlossen.

Ab dem 07. Januar 2020 sind wir wieder für Sie da.

Stellungnahme Tierwohl / ethische Aspekte

Wir, die Firma Gmelich, hängen existenziell vom Tierschutz und Tierwohl ab! Nur gesunde und gut behandelte Tiere liefern Häute und Felle, die unsere Kunden gerne als Leder auf ihrem Sofa, als Schuh oder als Jacke verarbeitet sehen wollen. Gerade diese gute Rohwarenqualität (also Häute mit weniger Verletzungen, Insektenschäden usw.) erlaubt es uns, die edlen Gmelich Leder herstellen zu können und uns von den Massenprodukten aus Überseeware abzugrenzen. Schon aus diesem Grund ist uns der achtsame und schonende Umgang mit den Tieren ein äußerst wichtiges Anliegen.

Die Rohware ist ein Kuppelprodukt der Fleisch- und Milchwirtschaft. Würden die Rohhäute nicht zu Leder verarbeitet werden, müssten diese entsorgt bzw. vernichtet werden. Also wird hier ein Kuppelprodukt, statt es zu entsorgen, zu einem langlebigen und hochwertigen Produkt veredelt. 

1.       Kann Gmelich die Kette bis zur Tierzucht grundsätzlich zurückverfolgen?

Gmelich ist weltweit eine der ganz wenigen Gerbereien, die die Lieferkette zurück bis zum Bauern nachvollziehen kann. Jede bei uns angelieferte Haut hat eine Hautnummer, die es den staatlichen Veterinären ermöglicht, eine Verbindung zum Tierpass herzustellen. Im Tierpass und der Datenbank „HI-Tier“ sind Informationen wie Elterntiere, Geburtsort, alle Halter des Tieres, Schlachtzeitpunkt und Ort, etc. hinterlegt.  Alle Gmelich Leder werden im eigenen Betrieb in Großbottwar aus rohen Häuten hergestellt. 

 

2.       Woher stammen die Tiere, wo und wie wird die Haut zum Leder?

Gmelich bezieht die Häute von Tieren, die im Umkreis bis ca. 500 km um unsere Gerberei gehalten und geschlachtet wurden - hauptsächlich aus Baden Württemberg, Bayern und Österreich. In bis zu 35 Arbeitsschritten wird in unserer Gerberei in Großbottwar aus der rohen Haut ein edles Leder.

 

3.       Welcher Art von Rinderhäuten werden verarbeitet und wie alt waren die Tiere?

Die Häute stammen vom Simmentaler Rind – hauptsächlich von Kühen (Schlachtalter ca. 7 Jahre) die wegen der Milchproduktion gehalten werden. Ein kleiner Teil stammt aber auch von Bullen (Fleischproduktion, Schlachtalter 

2 Jahre).

  

4.       Gibt es Erkenntnisse, ob die Tierhäute zu 100% ein Abfallprodukt aus der Fleischproduktion sind oder ggf. Aufzucht/Schlachtung nur für Zwecke der Lederproduktion stattfinden? 

Es sind zu 100 % Häute, die als „Abfallprodukt“ (besser Kuppelprodukt) der Fleisch- und Milchwirtschaft anfallen. Der Ertrag eines Bauern für die Haut steht in keinem Verhältnis zu den Kosten der Aufzucht. Der Erlös einer Haut ist ein ganz geringer Bruchteil im Vergleich zum Erlös für das Fleisch und der Milch (der Hauterlös macht aktuell ca. 0,2 % des Gesamtertrages einer Simmentaler Kuh aus).

 

5.       Auf welche Standards achtet Gmelich in der eigenen und vorlaufenden Produktionskette hinsichtlich Tierwohl und Ökologie? 

Gmelich Leder werden nach dem Blauen Engel gefertigt. Unsere Rohware stammt fast ausschließlich von deutschen und österreichischen (weniger als 10 % aus anderen Gebieten der EU) Bauern. Wir verarbeiten nur Häute von Tieren, die vor und nach der Schlachtung von Amtsveterinären untersucht wurden und deren Fleisch für den menschlichen Verzehr freigegeben wurde. 

Die Untersuchung vor der Schlachtung soll sicherstellen, dass die Tiere beim Bauern und während des Transports ordnungsgemäß behandelt wurden.  Die Vorschriften an das Tierwohl sind hier bekanntermaßen sehr hoch. In Deutschland ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert. Sofern Tierschutz-Vorschriften beim Bauern oder im Schlachthof wesentlich verletzt werden, führt dies i.d.R. zur Schließung des Betriebs.

Gmelich ist eine der umweltfreundlichsten Gerbereien. Wir setzen fast ausschließlich Frischware, also nicht konservierte, ungesalzene Rohhäute ein. Diese werden lediglich gekühlt bei uns angeliefert. Dies ist nur auf Grund der kurzen Wege zwischen Schlachthof und unserem Betrieb möglich. Gmelich hat einen sehr niedrigen Wasserverbrauch, da unsere Produktionsprozesse auf nachhaltige und schonende Arbeitsweisen ausgelegt sind.

 

6.       Welche Vorteile hat Echtleder gegenüber alternativen Produkten (Kunstleder, E-Leather, etc.)? 

Leder ist ein Naturprodukt. Besonders zu nennen ist die Haltbarkeit und Langlebigkeit des Leders. An diese wichtige Eigenschaft kommt kein Kunstleder heran. Der Produktlebenszyklus spielt eine entscheidende Rolle bei der Betrachtung der CO²-Bilanz, aber auch bei der Kostenanalyse.

Gmelich will in drei Abschnitten wachsen

Großbottwar - Die Firma Gmelich + Söhne GmbH hat in den kommenden Jahren einiges vor. Wie Geschäftsführer Volker Nagel auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, will das Unternehmen auf seinem Gelände in der Kreuzstraße in drei Bauabschnitten bis 2019 einen Parkplatz, eine Lagerhalle, ein Verwaltungsgebäude sowie einen Erweiterungsbau für die Produktion errichten. Auswirkungen auf die Anzahl der Beschäftigten hätten die Maßnahmen nicht. „Das Auftragsvolumen wird zwischen fünf und sechs Millionen Euro betragen“, so Nagel.

Gmelich-Leder ist weltweit gefragt

Großbottwar - Den Wenigsten wird das bewusst sein. Und doch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man es sich als Bundesbürger schon auf Leder der Firma Gmelich und Söhne bequem gemacht hat. Der eine bei einer Zugfahrt mit der Deutschen Bahn. Der andere in einem Flieger von Air Berlin. Der nächste vielleicht einfach auf einem Sofa. Das Großbottwarer Unternehmen gehört nämlich laut Geschäftsführer Volker Nagel im Polstermöbelbereich zu den zwei größten Zulieferern im Land. „Vom Namen her sind wir sicher ganz oben angesiedelt“, fügt er hinzu.